Penancing Brook Morning Star

 

Nun war es endlich so weit.


Zum ersten Mal in meinem Leben durfte ich mir mein eigenes Pferd
ganz bewusst selbst aussuchen.


Nach all den Pferden, die mich im Laufe meines Lebens begleitet hatten, sollte nun ein Partner an meine Seite kommen, mit dem ich meinen weiteren Weg gemeinsam gehen konnte und den ich selbst ausgesucht hatte ...


Durch Zufall stieß ich im Internet auf das Connemara-Gestüt Penancing Brook in Bayreuth.


Konrad Weggel und seine Enkelin Tanja Amschler züchten dort seit vielen Jahren mit großer Leidenschaft Connemara-Ponys.


Schon beim Betrachten der Verkaufspferde war ich begeistert.


Eigentlich hatte ich bereits einen Favoriten.

Doch wie so oft im Leben sollte alles ein wenig anders kommen.


Also machten wir uns kurzerhand auf den Weg nach Bayreuth.
Vor Ort durfte ich alle Pferde kennenlernen – und ehrlich gesagt wurde die Entscheidung dadurch nicht leichter.


Zum Schluss blieben zwei außergewöhnliche Hengste übrig:
PB Hazy Maddox und PB Hazy Morning Star.


Maddox erinnerte mich in seinem Wesen sehr an meinen Nico – sensibel, emotional und fein.


Morning Star hingegen trat ganz anders auf.
Ganz nach dem Motto:


„Hier bin ich! Was machen wir heute?“


Genau diese Mischung aus Gelassenheit, Neugier und Selbstbewusstsein faszinierte mich.


Eigentlich lag Morning Star jedoch deutlich außerhalb meines Budgets und stand auch gar nicht wirklich zum Verkauf.


Umso dankbarer bin ich Konrad Weggel und Tanja Amschler für das außergewöhnliche Vertrauen, das sie mir entgegenbrachten.

Sie ermöglichten mir, beide Hengste für sechs Wochen mit nach Hause zu nehmen, damit ich in aller Ruhe herausfinden konnte, welcher wirklich zu mir passt.


Eine aufregende und spannende Zeit begann...
 

Am Ende traf mein Herz die Entscheidung ...
 

Der damals vierjährige Palomino-Hengst Penancing Brook Morning Star
zog bei mir ein.


Er vereint genau die Eigenschaften, die ich mir immer gewünscht habe:
Nervenstärke und Gelassenheit, gepaart mit Sensibilität, großer Menschenbezogenheit und einem ausgesprochen sozialen Wesen.


Für mich ist er der Pferdepartner, den ich mir kaum besser hätte wünschen können.


Da ich weder züchten noch mit einem Hengst auf Kurse oder Messen reisen wollte, wurde Morning nach seinem Einzug kastriert.


Heute begleitet er mich auf meinem weiteren Weg – als Lehrmeister, Partner und Freund.


Mit ihm darf ich all das weiterentwickeln, was mich Gipsy gelehrt und Nico gefestigt hat.


Oder, wie Philippe Karl einmal mit einem Augenzwinkern über ihn sagte:

 

"Ein bisschen Haflinger ist doch in ihm"!


Warum er das sagte? Nun lest gerne im nächsten Abschnitt weiter ...

 

Morning Star – Mein größter Lehrer !


„Du triffst auf kein Pferd zufällig. Entweder ist es eine Aufgabe, eine Chance oder die ganz große Liebe. Manchmal ist es sogar alles zugleich.“


Wenn ich heute auf unseren gemeinsamen Weg zurückblicke, muss ich oft schmunzeln.


Denn nicht selten fragte ich mich:
„Was habe ich dem Universum eigentlich getan, dass es mir genau dieses Pferd geschickt hat?“


Morning Star hatte zu fast jeder meiner Ideen eine sehr klare Meinung.

  • Nein !
  • Auf gar keinen Fall !!
  • Vergiss es !!!
  • In diesem und auch im nächsten Universum schon mal gar nicht !!!

 

Und wenn ich glaubte, wir hätten einen Schritt nach vorne gemacht, zeigte er mir mit beeindruckender Konsequenz, dass seine Pläne manchmal ganz andere waren.


So viel Eigenständigkeit, so viel Selbstbewusstsein und so wenig Interesse daran, Erwartungen anderer zu erfüllen, hatte ich bis dahin noch bei keinem Pferd erlebt.


Und dabei durfte ich in meinem Leben bereits unzählige Pferde kennenlernen.


Selbst meine Trainer beschrieben ihn immer wieder als außergewöhnlich.
 

Oder einfacher gesagt:


„Der Gelbe.“


Wer ihn kennt, weiß sofort, was damit gemeint ist. Er ist nun mal gelb und war "der gelbe Gerät".


Mit dem Wissen, das ich mir über viele Jahre angeeignet hatte, dachte ich natürlich irgendwann:
Jetzt müsste er doch langsam Interesse an einer Partnerschaft entwickeln.


Doch Morning Star hatte seinen ganz eigenen Zeitplan.
Und genau darin lag meine größte Lektion.


Irgendwann hörte ich auf zu fragen:
„Wie bekomme ich ihn dazu?“

Stattdessen fragte ich mich:
„Was möchte dieses Pferd mir eigentlich beibringen?“

 

 

 

Von diesem Moment an veränderte sich alles.
Ich stellte meine eigenen Wünsche bewusst in den Hintergrund, ohne sie aus den Augen zu verlieren.


Ich lernte zuzuhören.


Noch geduldiger zu werden.


Konsequent zu bleiben, wenn es notwendig war.


Und genauso loszulassen, wenn genau das der richtige Weg war.


Mit jedem gemeinsamen Schritt wurde unsere Partnerschaft stärker.
Nicht, weil Morning Star plötzlich ein anderes Pferd wurde.
Sondern weil ich gelernt hatte, ihn so anzunehmen, wie er wirklich ist.


Heute weiß ich:


Ohne ihn wäre ich niemals die Ausbilderin geworden, die ich heute bin.
Durch Morning Star verstehe ich Pferde mit einem ähnlichen Charakter noch viel besser.


Vor allem aber verstehe ich ihre Menschen.


Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn man alles gibt und trotzdem das Gefühl hat, nichts richtig zumachen.


Ich weiß, wie frustrierend es sein kann, wenn das eigene Pferd jede noch so gut gemeinte Idee infrage stellt.


Und ich weiß auch, wie schnell man beginnt, an sich selbst zu zweifeln.

 

Vorallem wenn andere Trainer Kollegen oder eben auch die eigenen Ausbilder denken, du bist halt einfach nur nicht ergeizig genug mit deinem Pferd. 

 


Gerade deshalb kann ich meine Schüler heute nicht nur fachlich begleiten, sondern sie auch in schwierigen Momenten ermutigen, dranzubleiben.


Denn oft liegt hinter dem größten Widerstand auch das größte Entwicklungspotenzial.


Morning Star hat mir gezeigt, dass Partnerschaft nicht bedeutet, seinen Willen durchzusetzen.


Partnerschaft bedeutet, den eigenen Weg zu finden, ohne den des Pferdes zu verlieren.


Das ist für mich wahre Balance.

 

Der Weg zur École de Légèreté...


Als ich Ende 2013 mit meinem Haflinger Nico die Ausbildung der
École de Légèreté begann, hatte ich bereits viele offene Kurse besucht und intensiv trainiert.


Nico war zu diesem Zeitpunkt schon weit ausgebildet, sodass ich sogar quer in einen bereits laufenden Ausbildungskurs aufgenommen wurde.
 

Für mich war das eine große Freude.


Mit seinem ehrlichen Wesen und seinem unermüdlichen Fleiß machte Nico schnelle Fortschritte.
Doch kurz vor meiner Prüfung wurde er krank und zeigte immer wieder Lahmheiten.

 

Mir war klar:
Wenn ich meinen Weg weitergehen wollte, musste ich noch einmal ganz von vorne beginnen.


Mit einem jungen Pferd.


Dieses Pferd war Morning Star.


Ein gekörter Connemara-Hengst, von dem ich heute manchmal scherzhaft sage:


„Wenn es eine Pony-Gewerkschaft gäbe, wäre Morning Star ihr Vorsitzender.“
 

Optisch machte er immer eine gute Figur.


Doch hinter seinem schönen Exterieur steckte ein Körper, der sich anfühlte, als würde er in einem Taucheranzug leben, der drei Nummern zu klein war.


Dazu kam seine besondere Lebenseinstellung:
„Warum sollte ich das tun? Ich brauche eigentlich nichts und niemanden. Ich bin der König der Welt und der Chuck Norris der Pferde dazu!“


Die Ausbildung verlangte uns beiden unendlich viel Geduld ab.


Manchmal hatte ich das Gefühl, Dressur bedeutete für Morning ungefähr das Gleiche wie Joggen für mich.
 

Ich weiß, dass es gesund ist.
Ich weiß, dass es sinnvoll ist.
Und trotzdem würde ich es mir freiwillig niemals aussuchen.


Mit viel Zeit, gegenseitigem Verständnis und unzähligen kleinen Schritten verließen wir beide immer wieder unsere Komfortzone.

 

Auch wenn das oft hieß, die Erwartung meiner Ausbilder und meinem Umfeld oft nicht zu erfüllen und eben mir die Zeit mit Morning Star zu nehmen und zu geben, die es eben brauchte.

Nicht gegeneinander.
Sondern miteinander.
Und genau darin lag unser Erfolg.


Schließlich bestanden wir gemeinsam die letzte Teilprüfung, der fünf Prüfungsteilen der EdL.
 

Seit 2019 darf ich mich lizenzierte Reitlehrerin der École de Légèreté
nennen.


Dieser Erfolg gehört nicht allein mir.


Er gehört auch meinen beiden größten Lehrmeistern.
Danke, Nico.
Danke, Morning Star.


Ihr habt mir gezeigt, dass Ausbildung weit mehr ist als Technik.


Sie beginnt immer mit einer ehrlichen Partnerschaft.


„Das Pferd ist der Professor und der Mensch sein

aufmerksamer Schüler.“


Dieser Satz begleitet mich seit meiner Kindheit.
Und mit jedem Pferd wird mir seine Bedeutung ein Stück klarer.


Zum Abschluss möchte ich noch ein Zitat mitgeben, das unseren gemeinsamen Weg wunderbar beschreibt:


„Ist man in kleinen Dingen nicht geduldig, bringt man die

großen Vorhaben zum Scheitern.“

 

Konfuzius

Und dann kam da noch jemand ins Spiel. Gespannt?

 

Tja, dann auf zum nächsten Lehrer: Dexter ...

 

Du findest uns auf dem:

 

Hengstwalder Hof Waldziegelhütte 2a,

66914 Waldmohr

 

Gerne kannst du zu uns auf die Anlage, für individuellen Unterricht und Intensiv-Tage, gefahren kommen. Vereinbare einfach einen Termin unter:

 

0170 / 473 08 13

 

gerne auch per Whatsapp.

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Ein Beritt oder Reha Platz wird immer mal wieder frei. Bei Interesse einfach Nachfragen.

 

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