… begann auf dem Pferdehof meiner Eltern.
Geboren wurde ich 1977 in Wuppertal. Die Suche meiner Eltern nach einem passenden Hof führte unsere Familie, über diverse Stationen in ganz Deutschland, schließlich in
die wunderschöne Eifel.
Dort bin ich aufgewachsen – und wenn ich ehrlich bin, konnte ich wahrscheinlich eher reiten als laufen.
Unser Hof war Auffangstation für Tiere aller Art und damit für ein Kind das reinste Paradies. Doch schon damals gehörte mein Herz ganz den Pferden.
Schon früh zeigte sich, dass ich einen besonderen Zugang zu den sogenannten „Problempferden“ hatte. Wobei wir alle wissen: Das eigentliche Problem befindet sich meist am anderen Ende des Seils – und
läuft auf zwei Beinen.
Ich habe mir diese Pferde nie bewusst ausgesucht. Irgendwie waren sie es, die immer wieder den Weg zu mir fanden.
Während meiner Zeit zu Hause lebten rund 300 Pferde unterschiedlichster Rassen, Größen und mit den verschiedensten Vorgeschichten auf unserem Hof. Jedes einzelne von
ihnen wurde zu einem Lehrer – und ich zu einer aufmerksamen Schülerin.
Mein Lieblingszitat bringt genau das auf den Punkt:
„Das Pferd ist der Professor und der Mensch sein
aufmerksamer Schüler.“
Auf unserem Hof ging es nie um Schleifen, Pokale oder sportlichen Ehrgeiz. Unsere Aufgabe war es, schlecht gehaltene oder misshandelte Pferde wieder aufzubauen –
körperlich ebenso wie seelisch.
Ihnen Gesundheit, Vertrauen und Lebensfreude zurückzugeben und anschließend Menschen zu finden, die ihnen ein liebevolles und verantwortungsbewusstes Zuhause schenken konnten.
Direkt neben unserem Hof befand sich der örtliche Reitverein. Natürlich kam ich dadurch auch mit der klassischen Reiterei in Berührung und bestritt mit meinen „Wald- und
Wiesenpferdchen“ einige kleinere Turniere.
Doch vieles von dem, was ich dort sah, entsprach nicht meinem Verständnis vom Umgang mit Pferden. Deshalb entschied ich mich bewusst gegen diesen Weg.
Ein Zitat von Nuno Oliveira begleitet mich bis heute:
„Die Begütertesten haben nicht immer die meiste Empfindsamkeit und Neigung, das Pferd als kostbares Tier zu betrachten. Häufig benutzen sie es als Trittbrett, um
ihre persönliche Eitelkeit zu befriedigen.“
So sammelte ich meine Erfahrungen überwiegend selbst – gemeinsam mit unseren Pferden. Nicht jede Entscheidung war richtig. Nicht jede Erfahrung war leicht. Und
rückblickend gibt es Dinge, auf die ich heute anders schauen würde. Doch genau darin liegt Entwicklung.
Jeder Fehler, jede Herausforderung und jedes Pferd haben mich geformt und mich Schritt für Schritt zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin.
Von all den Pferden, die meinen Weg begleitet haben, kann ich hier unmöglich jedes einzelne vorstellen. Doch es gab eine ganz besondere Stute, die mein Leben nachhaltig
verändert hat.
Sie hat mich wie kein anderes Pferd gelehrt, was Geduld, Vertrauen und wahre innere Ruhe bedeuten. Für einen eher temperamentvollen und extrovertierten Menschen wie mich
war das eine der wertvollsten Lektionen überhaupt.
Neugierig geworden?
Dann begleite mich auf der nächsten Seite und
lerne Gipsy kennen – die Stute, die mein Leben für immer verändert hat.